Mein erster richtiger Rückschlag.
Habe bis Mittags geschlafen, hab danach die Ruhe genossen und bin durchs
Internet gestrampelt. Ca. 17 Uhr denk ich mir, könnte ich ja mal in die
Stadt gehen und bissl Forschung betreiben. Ich lauf also die
Zietenstraße genüßlich runter zur Haltestelle Tschaikowski und RUMMS...
da fehlt ein kompletter Wohnblock. Dacht, ich kuck nich richtig. Den
haben die erst kurz nach der Wende dort hin gebaut. Meine Oma hat dort
gewohnt... Hm...
Später dann in der Galerie Roter Turm erstmal Haarspray gekauft und
Klebeband und dann auf Nahrungssuche gegangen. Dort gefiel mir aber
nüscht, also bin ich wieder raus und lauf direkt in Richtung Sushiladen.
Also direkt rein, chinesisches Buffet, also Teller voll geladen und
Cola dazu. Schreibe beim essen mit meinem Bruder, der sich danach direkt
am Tietz mit mir trifft. Freundin dabei. Er fragt, ob ich den Abend mit
den beiden bei ihm verbringen will, ich sage gern und steig ins Auto.
Wir fahren nach Röhrsdorf zu Toys'R'us und holen uns dort "Activity".
Währenddessen merke ich, wie mir heißer wird. Dann kamen Bauchkrämpfe
dazu. Ich also brav mein autogenes Training, auf flache Atmung achten,
zwicken, auf anderes konzentrieren. Es wird schlimmer, fängt an zu
drehen. Also geh ich schon mal repräsentativ zur Kasse und suche panisch
mit den Augen nach den zweien... ah da, dachte ich mir, sie kommen.
Dann bin ich raus gegangen, an die frische Luft, hab mich auf eine Bank
gesetzt und meine Panikattacke weg ziehen lassen. Der Magen wollte
trotzdem nicht, also sind wir dann noch auf eine Kundentoilette und dort
saß ich und war nahe am heulen.
Irgendwie brach in dem Moment meine neue Welt zusammen. Ich stellte
plötzlich alles in Frage. Alles war wieder so unsicher wie vor der
Therapie. Als es einigermaßen wieder ging, hab ich mich zu Gruftie
fahren lassen, mich entschuldigt und verabschiedet.
Gruftie auch noch... da kocht der ausgerechnet heute total lecker
Rouladen und Klöße und Rotkraut und mir war so komisch... ;/ hab
trotzdem mitgegessen, denn ich denke, das mit dem Magen hat wirklich was
mit meiner Familie zutun heute.
Ob es so klug ist, in die Nähe zu ziehn? Ich mein, ich kann mich doch
nicht ewig verstecken, irgendwann muss ich mich dem doch mal stellen
können. Bei dem Gedanken, ich würde jetzt in der Wohnung dort hocken...
warum habe ich am Anfang gedacht, ich schaffe das? Höhenflüge, Frau
Paprika... Naja direkt auf die Fresse gefallen.
Und jetzt lieg ich hier, auf dem Ledersofa festgeklebt und immernoch
total verängstigt von diesem Vorfall heute. Ich hab Angst, ich habe die
falsche Entscheidung getroffen und Chemnitz ist gar nicht so gut für
mich.
Mein Sonnenberg ist garnich mehr so toll wie damals...
Ich mach doch hier keinen Blödsinn oder? :(
Ich glaube, ich sollte doch noch mal einen Termin mit meiner Psychologin machen, bevor ich umziehe...
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